Aktuelles vom Bauland: Knapp und teuer

Das ausreichende Vorhandensein von Bauland bestimmt in erheblichem Umfang die Neubau-Aktivitäten. Seine Verfügbarkeit und Preis bestimmen die Möglichkeit, Bauwerke zu erstellen, sowie anteilig den Preis für deren spätere Nutzung (Kauf oder Miete). Investoren bzw. potenzielle Bauherren sind in aller Regel am Erwerb von baureifem Land interessiert. Hier kann im Normalfall – nach Erteilung einer Baugenehmigung – kurzfristig mit dem Bau begonnen werden.
Seit 2016 haben sich Preise und Flächenumsatz deutlich unterschiedlich entwickelt. Die verkaufte Fläche ging bundesweit in diesem Zeitraum um knapp zwei Drittel zurück. Der Preis je Quadratmeter baureifes Land stieg dagegen kontinuierlich (mit Ausnahme des Jahres 2023) um 74 Prozent von 157 auf 272 Euro. Diese Entwicklung hat unter anderem zu den hohen Gesamtkosten – vor allem im Wohnungsbau – beigetragen.
Dies gilt vor allem für bereits dicht bebaute Großstädte, wo das Baulandproblem mit der Einwohnerzahl zunimmt, weil zumeist nicht mehr ausreichend Bauland zur Verfügung steht, bzw. von den Kommunen ausgewiesen wird. Die amtliche Statistik liefert Zahlen auch nach Einwohnergrößenklassen. Während 2025 in kleinen Gemeinden mit bis zu 20.000 Einwohnern baureifes Land zu Preisen von 104 bis 209 Euro je Quadratmeter verkauft wurden, lag dieser in den Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern bei 1.339 Euro.
Der Verlauf war aber unterschiedlich. In allen Gemeinden stieg der Preis permanent an, in den Großstädten wurde in den Jahren 2021 und 2022 der Höhepunkt erreicht, seitdem sind die Preise stark rückläufig. Sollte der Wohnungsneubau wieder anziehen, ist dann auch in den großen Städten wieder mit deutlich steigenden Baulandpreisen zu rechnen.
Diese haben sich bereits in der Vergangenheit auf die Kosten ausgewirkt. Nach Berechnungen der ARGE Kiel hatten gestiegene Baulandpreise im Mietwohnungsbau zwischen 2000 und 2020 einen Anteil von 20 Prozent an der Steigerung der gesamten Gestehungskosten.
