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Aktuelles vom Auftragsbestand im Bauhauptgewerbe

Grafik Auftragsbestand im Bauhauptgewerbe Von 1991 bis 1995 lag die Reichweite im Durchschnitt bei 2,7 Monaten. Quelle: ifo / BWI-Bau

Im Rahmen der monatlichen Konjunkturumfrage des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung geben die Firmen des Bauhauptgewerbes die Reichweite ihrer Auftragsbestände (bei normalem Saisonverlauf) in Monaten an. Bei der Interpretation der Ergebnisse ist zu beachten, dass obwohl ifo bestrebt ist, die Struktur der Umfrage (Größenklassen, Sparten, Regionen) stabil zu halten, sich langfristige Verschiebungen zeigen können. So wurde die Reichweite in den Jahren 2016 bis 2022 bei vergleichbarer baukonjunktureller Lage deutlich höher eingeschätzt als zu Beginn der 1990-er Jahre. 

Von 1991 bis 1995 lag die Reichweite im Durchschnitt bei 2,7 Monaten, in den Jahren der Baukrise von 1996 bis 2005 bei 2,3 Monaten, obwohl die Kapazitäten durch den starken Personalabbau deutlich zurückgegangen waren. Ab 2016 wurden - erstmals seit der Erhebung gesamt-deutscher Zahlen - jeweils Reichweiten von mehr als 3 Monaten ausgewiesen, in der Spitze waren es 4,6 Monate im Jahresdurchschnitt 2022. Seitdem ist zwar im Zuge der Bauflaute ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen, die Werte liegen aber immer noch deutlich höher als in den Jahren bis 2016. 

Die Entwicklung ist allerdings im Hoch- und Tiefbau seit 2020 deutlich unterschiedlich einzustufen. Im Tiefbau wurde die Reichweite der Auftragsbestände (saisonbereinigte Quartalswerte) relativ konstant mit 3,6 bis 4,3 Monaten angegeben. Schwächen im Auftragseingang des Straßenbaus wurden durch eine positive Entwicklung im Wirtschaftstiefbau ausgeglichen. Im August 2023 wurde erstmals seit März 2018 eine höhere Reichweite als im Hochbau ausgewiesen. 

Im Hochbau machte sich vor allem die stark schwankende Entwicklung im Wohnungsbau bemerkbar. Nachdem die Reichweite vom zweiten Quartal 2020 (4,1 Monate) bis zum ersten Quartal 2022 auf 5,3 Monate gestiegen war, ging sie dann in nur 2 Jahren bis zum ersten Quartal 2024 auf 3,3 Monate zurück. Von der seit 2024 (vor allem aber 2025) steigenden Nachfrage profitierte auch der Hochbau, die Reichweite stieg bis zum zweiten Quartal 2026 wieder auf 3,8 Monate. 

Ansprechpartnerin

 Ina Schwerdtfeger
Ina Schwerdtfeger

Informationsmanagement und Öffentlichkeitsarbeit
BWI-Bau GmbH Institut der Bauwirtschaft