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Aktuelles vom Der Nahost-Konflikt bremst die Baukonjunktur aus

Risiken im Baugewerbe In der Grafik sind die vier Merkmale mit den höchsten Anteilswertungen abgebildet. Grafik: BWI-Bau

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag befragt dreimal jährlich (zu Jahresbeginn, im Frühsommer und im Herbst) die Firmen nach den Geschäftsrisiken für ihr eigenes Unternehmen. An dieser Umfrage nehmen regelmäßig zwischen 1.600 und 1.800 Betriebe des Baugewerbes teil. Die Ergebnisse können somit als aussagekräftig eingestuft werden. Im längerfristigen Vergleich zeigen sich - auch abhängig von der jeweiligen konjunkturellen Situation - deutliche Unterschiede. (Die Umfrage zu Jahresbeginn 2020 wurde vor dem Ausbruch der Corona-Krise durchgeführt, die aktuelle zum Frühsommer 2026 nach dem Ausbruch des Iran-Krieges.)

Der Nahost-Konflikt rückt wieder neue Risiken in den Vordergrund. Daher sind in der Grafik die vier Merkmale mit den höchsten Anteilswertungen abgebildet:

  • Die Preise für Baumaterialien sind seit Kriegsbeginn deutlich gestiegen. Entsprechend sehen 82 Prozent der Baubetriebe in den gestiegenen Energie- und Rohstoffpreisen ein Geschäftsrisiko (zuvor 52 Prozent). Hinzu kommt die Sorge vor einem erneuten Anstieg der Bauzinsen, sollte die EZB wieder Zinsanhebungen vornehmen, um den Inflationsdruck zu begegnen. Diese Belastungen überlagern an vielen Stellen die positiven Impulse aus den öffentlichen Ausgaben zur Modernisierung der Infrastruktur oder dem Bauturbo.

  • Das strukturelle Risiko der Arbeitskosten ist für die Bauunternehmen sowie für die gesamte Wirtschaft weiterhin eines der häufigsten Geschäftsrisiken (59 Prozent nach zuvor 60 Prozent, Höchststand). Seit 2024 gilt auch im Bau der gesetzliche Mindestlohn. Dessen deutliche Anhebung seit Jahresbeginn auf 13,90 Euro spüren auch die Baubetriebe. Gleichwohl bleiben die Beschäftigungsabsichten im Bau vorerst stabil.

  • Auf Platz drei der Risiken für die Bauunternehmen liegen gleichauf das Risiko der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und das Risiko des Fachkräftemangels (jeweils 54 Prozent nach zuvor 52 bzw. 60 Prozent). Die Aussicht auf weitere Aufträge aus dem Sondervermögen, aber auch der Übergang von immer mehr Beschäftigten in die Rente wirken positiv auf den Personalbedarf im Baugewerbe. Entsprechend ist im Vergleich zur Gesamtwirtschaft der Fachkräftemangel im Baubereich immer noch überdurchschnittlich.

Ansprechpartnerin

 Ina Schwerdtfeger
Ina Schwerdtfeger

Informationsmanagement und Öffentlichkeitsarbeit
BWI-Bau GmbH Institut der Bauwirtschaft