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Düsseldorf vom ARGE-Fernkurs hilft im Berufsalltag

Das Bild zeigt Lars Kuppe vor einem blauen Hintergrund der EUROVIA.

Lars Kuppe ist kaufmännischer Leiter und Regionalcontroller für die Region Nord der EUROVIA und hat dort ein Trainee-Programm absolviert. Ein Bestandteil war ein ARGE-Fernkurs des BWI-Bau. Wie gut hat er von dieser Schulung beruflich profitiert?

Immer wenn Lars Kuppe mit seinem Auto fährt, entdeckt er Straßen oder Brücken, die durch die EUROVIA gebaut worden sind. Das macht ihn stolz. Der 30-Jährige ist nicht direkt am Straßen- oder Brückenbau beteiligt. Aber: „Mein Job trägt dazu bei, für eine gut funktionierende Infrastruktur zu sorgen, auch wenn der Bauleiter oder Polier durch sein direktes Mitwirken an einer gebauten Straße mit viel mehr Stolz erfüllt ist“, sagt er. Lars Kuppes Beitrag zur Infrastruktur ist der kaufmännische Part, dieser ist genau wie der technische unabdingbar.

Seit rund zwei Jahren ist Lars Kuppe als kaufmännischer Leiter bei EUROVIA tätig, einem der weltweit führenden Akteure im Verkehrsinfrastrukturbau und der Straßenentwicklung. Der Hauptsitz des VINCI Konzerns, zu dem EUROVIA gehört, liegt in Frankreich. Seit Mitte des Jahres ist Lars Kuppe Leiter des Regionalcontrollings der Region Nord. Dass er einmal in der Baubranche arbeiten wird, hätte er während seines Studiums noch nicht vermutet. „Während meines Studiums war ich noch auf keine Branche fokussiert. Ich bin jedoch sehr froh, dass ich mittlerweile in der Baubranche tätig bin, nicht zuletzt, weil die übergeordnete Aufgabe einen gesellschaftlichen Mehrwert bietet“, erläutert er seine Berufswahl. „Zusätzlich finde ich es sehr schön, dass ich täglich mitbekomme, dass sich die EUROVIA innovativen Lösungsansätzen widmet. Hier ist zum Beispiel die Power Road zu nennen, ein Produkt, mit dem Straßen einen Zusatznutzen bekommen: die Erzeugung von Wärmeenergie."

In Flensburg, wo der 30-Jährige aufgewachsen ist, hat er zunächst Betriebswirtschaftslehre mit der Schwerpunktvertiefung Controlling (BA) studiert; es folgte ein Master in Businessmanagement mit der Schwerpunktvertiefung Wirtschaftsinformatik. Um seine fehlende Ausbildung in der Baubranche zu kompensieren und zudem noch weitere Erfahrung zu sammeln, hat sich Lars Kuppe für das Trainee-Programm bei EUROVIA entschieden – inklusive Standortwechsel, um die verschiedenen Bauniederlassungen kennenzulernen und seinen Horizont zu erweitern. „Das war die absolut richtige Entscheidung. Das Unternehmen hat mit dem Trainee-Programm und ihren Mentoren am jeweiligen Standort die Möglichkeit geschaffen, gut auf die bevorstehenden Aufgaben vorbereitet zu werden – auch wenn die Standortwechsel immer eine Herausforderung darstellen, sowohl beruflich als auch privater Natur.“ 

Mit mehr als 3.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an über 140 Standorten zählt EUROVIA zu den führenden Bauakteuren im Asphalt- und Straßenbau in Deutschland. 264 davon sind Auszubildende, 43 Trainees. Dort beschäftigen sich kaufmännische Trainees beispielsweise mit Jahresabschlüssen, Budgets und der Abwicklung von kaufmännischen Bau- und Arbeitsgemeinschaften (ARGEN). Letzteres war Pflichtbestandteil des Traineeprogramms. „Bevor ich in die Baubranche gegangen bin, hat mir das ARGE-Konzept nichts gesagt“, sagt Lars Kuppe. „Der Fernkurs hat mir aber enorm viel gebracht.“ So habe er dadurch insbesondere in den Bereichen Buchhaltung und Vernetzung viel gelernt. „Der Kurs bietet auch die schöne Möglichkeit, Kolleginnen und Kollegen aus anderen Niederlassungen kennenzulernen. Man begegnet auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus anderen Unternehmen, mit denen man sich vernetzen und künftig bei Bedarf und Zulässigkeit eine ARGE bilden kann“, führt Lars Kuppe weiter aus. Das sei der Grundstein für eine gut funktionierende ARGE.  Denn Bau-ARGEN seien ein bewährtes Mittel, um gemeinschaftlich Mehrwerte für die Gesellschaft zu schaffen. „Im Seminar wird auch der vermeintliche Widerspruch aufgelöst, wie man unternehmensübergreifend und regelkonform zusammenarbeiten kann, obwohl man eigentlich im Wettbewerb steht“, erklärt Lars Kuppe.

Zahlreiche BWI-Bau-zertifizierte ARGE-Kaufleute seien mittlerweile wichtige Entscheider in kaufmännischen Führungspositionen, sagt Sascha Wiehager, Geschäftsführer und Institutsleiter des BWI-Bau. Seit sechs Jahren führt er gemeinsam mit Baufachwirt Oliver Meichsner (Hauptreferent der Veranstaltung) die Schulung, die sich unter anderem an Baukaufleute, Buchhalter*innen und Trainees richtet. „Oliver Meichsner und ich sind gemeinsam im Jahr 2017 in die Fußstapfen von Klaus Köbbing und Christian Keidel getreten. Die beiden Referenten hatten die Schulung erst richtig bekannt und beliebt gemacht“, erläutert der BWI-Bau-Institutsleiter.

ARGE-Fernkurse des BWI-Bau gibt bereits seit mehr als 40 Jahren. Das erste Seminar wurde im Jahr 1981 in Kooperation für die Bilfinger Berger AG in Mannheim entwickelt, damals noch unter dem Namen "Buchhaltung im Baubetrieb". 1985 erteilte das Unternehmen dem BWI-Bau dann die Erlaubnis, diese bis heute einzigartige Schulungsmaßnahme auch überbetrieblich durchzuführen. Daraufhin beantragte das BWI-Bau bei der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) in Köln die Zulassung als Fernunterrichtsmaßnahme gemäß Fernunterrichtsschutzgesetz. Mittlerweile wurde der Titel des Kurses aufgrund von fortwährenden Neuerungen in "Rechnungswesen und Kaufmännische Abwicklung der Bau-Arbeitsgemeinschaften" umbenannt. 

Was Sascha Wiehager als Seminarleiter an dem ARGE-Fernkursus schätzt, ist der Austausch mit Menschen aller Altersklassen. So vermittele der Kurs tiefgehende Kenntnisse, während gleichzeitig Netzwerke aufgebaut werden und Freundschaften entstehen. „Mir ist wichtig, dass die Teilnehmer*innen am Ende in der Lage sind, eine ARGE praktisch zu führen“, betont Wiehager. „Ich würde sogar sagen, dass die Absolvierung der Schulung umfassend zu einer kaufmännischen Leitung eines Bauunternehmens befähigt, da wir neben den ARGE-typischen Themen den kompletten betriebswirtschaftlichen Baubetrieb erschließen und dabei auch technische Themen streifen“, sagt Wiehager.

Das kann der Leiter des Regionalcontrollings Lars Kuppe nur bestätigen. „Jeder, der im Bau anfängt und auf kaufmännischer Ebene arbeitet, kann aus dem Kurs einen sehr guten Mehrwert ziehen, nicht zuletzt einen buchhalterischen Nutzen.“ Themen aus der Praxis für die Praxis werden demnach vermittelt, die hilfreich für den Berufsalltag seien. „Auch als Praktiker kann man Neues lernen, wie zum Beispiel über Bürgschaften und Versicherungen“, führt Lars Kuppe weiter aus.

Konkret wird in dem Kurs anhand eines Fallbeispiels einer mittelgroßen ARGE im Verlauf des etwa sechsmonatigen Lehrgangs die kaufmännische Abwicklung eines kompletten Bauauftrages praxisnah dargestellt. Das beginnt mit der Gründung und führt bis zur Ergebnisermittlung und -analyse - alle Lebensphasen eines Baubetriebes werden behandelt. Der Lehrstoff wird in sechs Lehrbriefen vermittelt. Begleitet wird die Selbstlernphase durch vier zweitägige Seminartreffen. „Der ARGE-Fernkurs ist neben der eigentlichen Arbeit gut zu managen", sagt Lars Kuppe. In Lerngruppen hätten sich die Teilnehmenden gegenseitig unterstützt. Auch die Prüfungen seien gut zu schaffen gewesen. Extrem geholfen hätten Lars Kuppe auch die Online-Sprechstunden mit den Referenten. All das seien Gründe, die für den Kurs sprechen.

Der nächste Fernkurs "Rechnungswesen und kaufmännische Abwicklung von Bau-Arbeitsgemeinschaften" - es ist mittlerweile der 44.  - beginnt am 18. März 2024. Auch dann werden die Teilnehmenden wieder den Leitsatz des ARGE-Konzepts beigebracht bekommen: „Drum prüfe, wer sich auf ewig gesamtschuldnerisch bindet, und ob sich nicht etwas Besseres findet.“ Ein Leitsatz, den auch Lars Kuppe verinnerlicht hat - nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis.

 

Mehr zum Fernkurs "Rechnungswesen und kaufmännische Abwicklung von Bau-ARGEN" erfahren Sie in unserer Übersicht. 

 

Ansprechpartnerin

 Ina Schwerdtfeger
Ina Schwerdtfeger

Informationsmanagement und Öffentlichkeitsarbeit
BWI-Bau GmbH Institut der Bauwirtschaft