Aktuelles vom Bauarbeitsmarkt: personelle Kapazitäten leicht entspannt

Trotz des deutlichen Rückgangs der baugewerblichen Umsätze um real etwa 14 Prozent von 2020 bis 2025 im deutschen Bauhauptgewerbe ist die Zahl der Erwerbstätigen in der Branche relativ stabil geblieben. Im Jahresdurchschnitt 2025 lag sie mit rund 923.000 noch um 2,5 Prozent über dem Wert von 2020. Dies dürfte vor allem darauf zurückzuführen sein, dass die Baufirmen bei einem Nachfragewachstum über ausreichend Personal verfügen wollen.
Bei den Facharbeitern im Bauhauptgewerbe zeigt sich ein vergleichbares Bild. Kamen 2010 auf eine offene Stelle noch 6,6 Arbeitslose, hatte sich die Lücke im Zuge der guten baukonjunkturellen Entwicklung bis 2019 geschlossen. Trotz der über fünf Jahre schwachen Nachfrage lag auch 2025 die Zahl der Arbeitslosen mit 17.200 nur um 16 Prozent über der der offenen Stellen. Auch bei diesen war der Wert immer noch höher als 2020.
Problematisch ist, dass seit vielen Jahren die Zahl der Auszubildenden nicht ausreicht, um die Abgänge in die Rente zu kompensieren. Daher haben die Firmen des Bauhauptgewerbes vor allem auf den europäischen Bauarbeitsmarkt zurückgegriffen. Lag die Zahl der Ausländer (nichtdeutscher Pass) an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten 2010 noch bei 54.000, waren es 2024 im Jahresdurchschnitt bereits etwa 205.000. Der Anteil stieg von 8 auf 24 Prozent.
Bei den Bauingenieuren mit dem Schwerpunkt Bauwirtschaft (nicht öffentliche Verwaltung) zeigte sich die schwache Baukonjunktur deutlicher. Die Zahl der Arbeitslosen stieg von 2020 bis 2025 (Jahresdurchschnitt) um 58 Prozent auf 2.700, die der offenen Stellen nur um 10 Prozent auf 3.500. Seit 2022 ist deren Zahl aber sehr deutlich um 72 Prozent zurückgegangen.
Zwar war damit die Nachfrage immer noch um ein Viertel höher als das Arbeitsangebot, 2022 war es allerdings noch das dreifache. Ob die erwartete Steigerung der Aufträge im Infrastrukturbereich dies wieder ändern wird, bleibt abzuwarten.
