Aktuelles vom Kostendeckende Preise im Bauhauptgewerbe: An der Nulllinie

Im Rahmen seiner monatlichen Konjunkturerhebung befragt das ifo Institut für Wirtschaftsforschung München die Firmen des Bauhauptgewerbes auch nach den aktuell auf dem Markt erzielbaren Baupreisen. Die Firmen geben an, ob diese als “mehr als selbstkostendeckend”, “selbstkostendeckend” oder “weniger als selbstkostendeckend” eingeschätzt werden. Aus den Angaben zu “mehr als” bzw. “weniger als” wird ein Saldo gebildet.
Dieser korrespondiert in der Regel mit der baukonjunkturellen Entwicklung. Bei steigender Nachfrage fällt es den Baufirmen leichter, Preiserhöhungen am Markt durchzusetzen. Bei sinkender Nachfrage machen viele Firmen dagegen Preiszugeständnisse, um an Aufträge zu gelangen.
2010, zum Beginn des Bauaufschwungs, lag dieser Saldo im Jahresdurchschnitt bei minus 28 Punkten und erreichte 2017 erstmals einen positiven Wert (plus 13,6 Punkte). Dieser stieg bis 2019 auf plus 30,3 Punkte, ging dann zurück und rutschte 2024 erstmals wieder unter die Nulllinie (minus 2,4 Punkte). Im Dezember 2025 lag der Wert bei minus 0,8 Punkten.
Der Saldo lässt auch eine Einschätzung zur Entwicklung der Ertragslage im Bauhauptgewerbe zu. Steigende Saldenwerte korrespondieren in der Regel mit einer steigenden Umsatzrendite, sinkende Saldenwerte mit einer schwächeren Entwicklung.
Bis zur Jahresmitte 2023 wurden die Preise im Hochbau jeweils deutlich besser eingeschätzt als im Tiefbau. Seitdem zeigt sich ein entgegengesetztes Bild. Mit einer erheblich besseren Auftrags- und Umsatzentwicklung im Tiefbau werden in dieser Sparte nun auch die Preise deutlich besser und konstant im positiven Saldenbereich eingeschätzt, während sie im Hochbau seit dem September 2023 permanent unter der Nulllinie liegen.
Im Dezember 2025 zeigt sich in den einzelnen Bausparten ein gespaltenes Bild. Im sonstigen Tiefbau wird ein positiver Saldenwert von 11,7 Punkten ausgewiesen, im gesamten Tiefbau von plus 6,0 Punkten. Der gesamte Hochbau hat einen negativen Wert von 5,9 Punkten, der im Öffentlichen Hochbau mit minus 15,0 Punkten seinen negativen “Ausreißer” hat.
