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Aktuelles vom Betriebswirtschaftliche Lage im Baugewerbe

Finanzkennzahlen im Baugewerbe Die Grafik zeigt die Finanzkennzahlen im Baugewerbe. Grafik: BWI-Bau

Die Finanzkennzahlen im Baugewerbe haben sich seit dem Jahr 2000 äußerst positiv entwickelt. Nach Berechnungen der Deutschen Bundesbank wurde die Eigenkapitalquote (Eigenmittel in Relation zur Bilanzsumme) zwischen 2000 und 2020 auf 20,2 Prozent nahezu vervierfacht. 

Im Zuge der schwächeren baukonjunkturellen Entwicklung ging sie dann aber bis 2022 auf 17,9 Prozent zurück (neuere Werte liegen noch nicht vor). Ähnlich lief es bei der Umsatzrendite (vor Gewinnsteuern). Diese verdreifachte sich bis 2020 auf 9,4 Prozent, 2022 waren es 9,0 Prozent. 

Diese deutliche Verbesserung hatte auch entsprechend positive Auswirkungen auf die Entwicklung bei den Insolvenzen im Baugewerbe. Nach dem Höhepunkt im Jahr 2002 mit 9.160 Insolvenzen war bis 2021 (2.272 Insolvenzen) ein stetiger Rückgang um insgesamt 75 Prozent zu verzeichnen. Der darauffolgende Anstieg um 50 Prozent in nur drei Jahren hatte zwei Ursachen: In der Corona-Krise wurden erstens die Bestimmungen für die Insolvenzantragspflicht erheblich gelockert, um die Unternehmen zu schützen. Der dadurch bedingte Rückgang schlägt nun in einen "Nachholeffekt" um. Zweitens sorgen die schwache baukonjunkturelle Entwicklung (realer Rückgang der Bruttowertschöpfung im Baugewerbe um 18 Prozent zwischen 2020 und 2024) und der damit wieder zunehmende Preiswettbewerb für steigende Insolvenzen. 

In Relation zu anderen Wirtschaftszweigen war die Insolvenzgefahr in der Bauwirtschaft schon immer relativ hoch. Im Vergleich zum Verarbeitenden Gewerbe lag die Quote regelmäßig doppelt so hoch. 2002 meldeten im Baugewerbe 287 von je 10.000 Bauunternehmen ihre Insolvenz an. Bis 2021 war ein Rückgang auf 65 Unternehmen zu verzeichnen. Seitdem stieg die Quote wieder auf 95. Das Bauhauptgewerbe ist sogar noch insolvenzanfälliger. Hier lag die Quote 2002 bei 474 je 10.000 Unternehmen, mittlerweile sind es wieder 141. Dass die Quote nach vier Jahren der Baukrise nicht noch höher liegt, ist vor allem der deutlich besseren Kapitalausstattung und Liquidität (verglichen mit den Jahren 1995 bis 2005) zu verdanken. 

Ansprechpartnerin

 Ina Schwerdtfeger
Ina Schwerdtfeger

Informationsmanagement und Öffentlichkeitsarbeit
BWI-Bau GmbH Institut der Bauwirtschaft